Den Negev entdecken

Über mir ist das weite Himmelszelt. Übernachten im 1000-Sterne-Hotel, was für ein Erlebnis! Den ganzen Tag sind meine Freunde und ich im Negev unterwegs gewesen. Wochenlange Planungen waren vorausgegangen: Welche Touren werden wir laufen? Wo übernachten wir? Wo füllen wir Wasser auf? Welche Lebensmittel nehmen wir mit? Auf detaillierten Wanderkarten suchten wir uns geeignete Strecken aus und planten unsere Wüstentour. Keiner von uns acht jungen Leuten war bereits auf eigene Faust in der Wüste, ohne jemanden mit Erfahrung dabeizuhaben, unterwegs gewesen. Natürlich hatten wir uns Insidertipps geben lassen, doch als wir dann im Morgengrauen mit zwei kleinen, voll beladenen Autos losfuhren, waren wir auf uns allein gestellt! Das Abenteuer konnte beginnen! Von Nahariya im Norden bis runter nach Eilat an den südlichsten Zipfel Israels sollte es gehen. In Masada machten wir unsere erste Tour – hoch zu den geschichtsträchtigen Überresten der Festung! Belohnt wurden wir mit einem tollen Ausblick auf das Tote Meer und die Judäische Wüste. Die erste Nacht verbrachten wir auf einem Campingplatz mitten in der Pampa, fernab des Highways nach Eilat. Der Mond leuchtete in seiner ganzen Fülle. Gefroren haben wir, als ob wir in einem nordischen Land wären! Im Januar wird es in der Wüste bei Nacht doch ganz schön kühl! Aber das hält zumindest auch die Schlangen ab =)

Froh war ich, dass wir die zweite Nacht in Eilat in einem kleinen Hostel übernachteten. Wie wohl tat die Wärme, die Dusche und die Matratze! Und wie wunderschön war es, den Erev Shabbat mit Menschen aus der ganzen Welt zu feiern! Russland, Sudan, Amerika, Europa – aus allen Erdteilen waren Menschen vertreten! Wir waren Teil einer großen, weltweiten Familie.

Und jetzt schon die letzte Übernachtung unter freiem Himmel. Amaramsäulen, Timna-Park, diverse Wadis – all das habe ich zu Fuß kennengelernt! Die letzten Tage waren für mich eine besondere Zeit. Eine solche Ruhe, wie ich sie in der Wüste erfahren habe, ist einzigartig. An keinem anderen Ort wird für mich besser klar, was Stille ist. Ich bin so beeindruckt von den jahrtausendalten Gesteinsformationen, den ständig wechselnden Gesteinsfarben, der Kreativität Gottes! Der Mensch erscheint im Angesicht der Wüste so klein und unbedeutend. Und doch ist er die Krone der Schöpfung. Ich kuschele mich tiefer in meinen Schlafsack. Ich bin so voller Dank, einen weiteren Aspekt aus der Vielfalt Israels entdeckt zu haben. Lehitraot bemidbar!

Salome E. M.