Gelobtes Land

Der erste Eindruck. Ankunft in Tel Aviv. Menschenmassen am Flughafen. Warten in Schlangen. Kofferschleppen.. schwitzen, brennende Füße. Schließlich unser Bus mit Führer, eine kleine Gruppe unter sich. Einchecken im Hotel. Abendbrot.

Und dann im Dunkeln über zwei verkehrsreiche Straßen zum Mittelmeerstrand. Weicher Sandboden. Warmer streichelnder Wind. Geruch nach See und Tang und diese herrliche Wasserweite mit den Schaumkronenwellen. Barfuß genießen wir den Sand, krempeln Röcke und Hosen hoch, und gehen hinein in das warme weiche Wasser. Es streichelt, kommt an und geht, springt an, plätschert. Ganz weit und dunkel ist die große Wasserfläche. Warmer Wind weht durch die Haare, liebkost die Haut.. Diese Erquickung ist unbeschreiblich. Jede Faser von mir nimmt alles auf. „Gelobtes Land“. Jesu Geist wird spürbar. Ich meine, ich könnte seine Nähe fassen. „Hier ist gut sein“ Ich bin angekommen. Meine Sehnsucht wird wahr. Ich möchte nur dastehen, die Füße im Wasser, das Rauschen in den Ohren, den Tanggeruch in der Nase, die Haut offen und weit, damit sie alles einatmen kann.

Hier sind meine Wurzeln. Hier erzählt alles Jesu Geschichte. Ich bin unendlich dankbar, dass ich das erleben darf. Ich will diesen ersten Abend in Israel am Meer, am dunklen Strand mit dem lebendigen Wasser nie vergessen. Es war wie eine Begegnung mit dem Geist Christi, der alles heil machen möchte.

Berg der Seligkeiten
Wie hatte ich mich gefreut auf diesen Tag! Vorher gab‘s Stunden auf den Golan-Höhen. Unser israelischer Führer entpuppte sich als ein leidenschaftlicher Verfechter der Schlachten und Kriege, die Israel geführt hat. Schlachtpläne, Strategien, Zahlen von Panzern und Soldaten, Verlust hüben und drüben, eine endlose Aneinanderreihung von Friedlosigkeiten. Und dann nach vielen Stunden der Berg der Seligkeiten. Ganze 10 Minuten gab uns unser Führer, um ihn zu erleben. Ein großes Glück war, dass einige aus unserer Gruppe ihm Zeit abgetrotzt haben, Zeit, um das auszukosten, was Jesus hier gesagt hatte.

„Selig “ „selig die Armen im Geiste… .“Wir verteilten uns. Jeder brauchte für sich selber Ruhe, Einkehr, Besinnung. Große Steine luden zum Sitzen ein, kleine Strauchgruppen gaben Schutz. „Selig die Trauernden“. Es gibt so viel Traurigkeit in der Welt, auch hier und jetzt.“Selig selig“ auch in dieser kurzen Zeit ist Jesus uns ganz nah in dem Herzstück der Bergpredigt.

Abends dann die Krönung dieses Tages: Eucharistie-Feier am See Genezareth in Tabgha, draußen am Ufer mit der untergehenden Sonne. Wir lagerten uns rund um einen Stein, der der Brotvermehrungstisch gewesen sein soll. Grobe Baumstämme am Rande, darüber ein Palmendach auf einem Bambusgestänge. Ständiger Seewind, das flüsternde Klingeln der vielen Blätter in den Baumkronen über uns, leises Klatschen der sanften Wellen.
Und dazu die Worte:“Gebt ihr ihnen zu essen.“ „Lasset die Leute sich lagern.“ „Mich erbarmt des Volkes.“ Es ist, als ob Jesus mitten unter uns ist.

Hedwig K.