Israel – Mein liebstes Reiseziel

Nachdem unsere erste Reise in Israel organisiert war, entschieden wir uns im darauffolgenden Jahr für eine Erkundungstour auf eigene Faust, um die unbeschreibliche Schönheit Israels näher kennen zu lernen. Ausgerüstet mit einem Mietwagen starteten wir unsere Rundreise am Flughafen Tel Aviv.

Unser Weg führte uns über gut ausgebaute Straßen entlang der Mittelmeerküste vorbei an Caesarea und dem Aquädukt am Mittelmeer.  Alle Verkehrszeichen sind in drei Sprachen beschriftet – Hebräisch, Arabisch und Englisch. Dadurch verlief die Fahrt sehr angenehm und wir hatten mit unserem deutschsprachigen Navi keine Probleme den Weg zur drittgrößten Stadt Israels zu finden: Haifa.

Haifa liegt am Hang und bietet so einen wundervollen Ausblick über das Meer und auf die Bahai-Gärten. Wir machten einen Ausflug nach Akko und besichtigten das Drusendorf Daliat al Karmil. Übernachtet haben wir auf unserer Tour in so genannten Hostels oder Gästehäusern. Diese stehen den Hotels in nichts nach und waren alle sauber und die Zimmer ausreichend groß. Nicht zu vergessen das Frühstück – viele verschiedene Salate, Quark, Fisch und Käsesorten. Ein echter Gaumenschmaus!

Am nächsten Morgen ging es durch Galiläa über Nazareth an den See Genezareth. Hier besichtigten wir die Wirkungsstätten von Jesus: Tabgha, Kapernaum, Berg der Seligpreisungen und die Jordan Taufstelle „Yardenit“. Dabei genossen wir einen wundervollen Ausblick auf die Golanhöhen. Im Frühling ist hier alles grün und unzählige Bananen wachsen an den Stauden. Unweit zur Jordanischen Grenze liegt Hamat Gader – eine Oase mit heißen Quellen. Ideal zum Baden!!!

Am nächsten Morgen durchquerten wir in Richtung Süden einen Teil Palästinas: Straßensperren markieren hier die Grenze. Gespannt fuhren wir darauf zu, wurden aber ohne Probleme durch gewunken. Wir fuhren weiter, vorbei an der ältesten Stadt der Welt – Jericho. Langsam beginnt sich die Landschaft zu verändern: Nichts ist mehr grün, das judäische Bergland ist kahl. Dennoch gibt es im Tal immer wieder Dattelplantagen. Aber nicht nur die Landschaft, sondern auch die Luft verändert sich. Hier, 400 Meter unter dem Meeresspiegel, riecht man es schon – das schwefelhaltige Tote Meer. Immer wieder bemerkten wir Schilder, die vor so genannten „Sinkholes“ warnten – bei Regen strömt das Wasser von den Bergen und überflutet manchmal die Straße.

Direkt am Toten Meer liegt die Oase Ein Gedi. Sie ist ein Paradies für Ruhesuchende. Allen Wanderliebhabern empfehlen wir eine Wanderung zu den Wasserfällen im Nahal David oder Nahal Arugot. Sogar im Winter bei Temperaturen um 28 Grad kann man sich in ihnen erfrischen. Natürlich ist auch ein Bad im Toten Meer (33% Salzgehalt) Pflicht. Wer sich, so wie wir, mit dem schwarzen Heilschlamm eincremt, fühlt sich nach dem Abduschen wie neugeboren.

Nach dieser Erholung ging unsere Fahrt weiter Richtung Felsenfestung Massada. Hier verschanzten sich die letzten Juden vor den Römern. Die Festung „bezwingt“ man am besten mit der Seilbahn oder wandert den sogenannten „Schlangenpfad“ hinauf. Auf Massada angekommen, befindet man sich auf Meereshöhe. Der Ausblick von hier oben erinnerte uns an eine Mondkraterlandschaft.

Wieder im Mietwagen düsten wir weiter durch die Negev-Wüste. Um uns herum hohe Sandsteingebilde und im Osten leuchteten die Jordanischen Berge. An der Raststätte 101 legten wir eine Pause ein. Hier gibt es einen eigenen Zoo und auch sonst allerlei Skurriles zu entdecken. Von hier aus sind es noch 101 km bis zum Grenzübergang nach Ägypten – daher der Name. Hier sollte man unbedingt eine Pause einlegen. Das Gleiche gilt für den Kibbutz Yotvata: hier gibt es mit Abstand das beste Eis in ganz Israel.

Kurz vor Eilat liegt das Timna-Tal. Eine Fahrt hierhin ist wirklich lohnenswert. Man sieht Felsformationen wie den Timnapilz oder Steinbögen, die man so nur in Amerika vermutet. Die Farben der unterschiedlichen Gesteinsschichten sind beeindruckend.

Endlich erreichten wir das Rote Meer. Schon beim Aussteigen bemerkten wir: Hier ist auch im Winter immer Sommer! Eilat ist ein Paradies für Sportler – egal ob Kitesurfen, Wellenreiten oder Tauchen – jeder kommt auf seine Kosten. Im Dolphin Reef kann man sogar mit Delphinen schwimmen. Kurz nach Eilat kommt man zum Unterwasser-Observatorium. Rund 7 Meter unter dem Meeresspiegel beobachteten wir im nördlichst gelegenen Korallenriff der Welt die schillernden Fische.

Die Fahrt zurück in den Norden führte uns durch den Ramon Krater, vorbei an Beer Sheva nach Jerusalem. Hier erkundeten wir die Stadt zu Fuß. Es gibt so viel zu entdecken: Den Tempelberg, die Klagemauer, den Garten Gethsemane, den Ölberg und die Grabeskirche. Viele Tore führen in die Altstadt Jerusalems: Für uns wirkten sie wie Zeitlöcher – Einmal durch sie hindurchgegangen, fühlten wir uns wie hunderte von Jahren in der Zeit zurückversetzt. Außerhalb der Mauern ist Jerusalem aber eine ebenso moderne Großstadt wie jede andere auch.

Die letzten beiden Tage vor dem Heimflug verbrachten wir in Tel Aviv. Von den Azrielitürmen hat man einen guten Überblick über die ganze Stadt und man sieht im Osten die Hügel, die nach Jerusalem hinaufführen. Unbedingt sehenswert ist auch Jaffa mit seinen engen Gassen in der Altstadt, den vielen Künstlerateliers und dem alte Hafen. Ein letzter Gang über den Flohmarkt, noch einmal über den Carmelmarkt um frisches Obst zu kaufen und dann heißt es wehmütig einpacken und Abschied nehmen…..

ISRAEL ich vermisse dich!!!! Bis nächstes Jahr in Jerusalem!!!

Margit G.