Spirituelle Impressionen

Coenaculum – Abendmahlssaal – am Zionsberg in Jerusalem
Wir betreten die Gewölbehalle, die voller Menschen verschiedener Nationen ist. Wir entdecken eine kleine Pilgergruppe, die um eine kleine mitgebrachte Marienstatue und ein kleines Kreuz kniet. Von den Klängen ihres charismatischen französischen Gesanges lassen wir uns einfangen und sind mitten in der Situation – völlig unerwartet und ganz plötzlich!

Als die Gruppe ihr Gebet beendet hat, steht ein schlichter Geistlicher aus der Gruppe auf und kommt auf uns zu. Er fragt uns auf Englisch, woher wir kommen. Als wir ihm geantwortet haben, teilt er uns mit, dass er ein französischer Bischof sei, und zwar der Bischof von Saint Tropez. Auf dem Bild, das ich bei meiner Recherche im Internet gefunden habe, habe ich ihn in der Mitte wieder erkannt. Und dass er uns gerne segnen würde, was er dann auch sofort gemacht hat. Von einem Menschen, der spirituell ausgerichtet ist, gesegnet zu werden, bedeutete auf jeden Fall eine Bestärkung für uns, die wir unerwartet erhalten haben. Das war eines unserer spirituellen Erlebnisse in Jerusalem, an das wir uns immer gerne erinnern werden.

 

Kirche der Nationen (Todesangstbasilika)
Wenn man in Fluren von Unikliniken die Situation Jesu im Garten von Gethsemane nachempfinden musste, weil man eine schlimme Diagnose für sein Kind erhalten hatte, dann betritt man den ursprünglichen Ort des Leidens Jesus mit tiefen, auch furchtsamen und mitleidenden Empfindungen. Von ganz viel Ehrfurcht erfasst und mit Spannung, was emotional auf uns zukommen würde, betraten wir die Todesangstbasilika. Ich bat meinen Mann von dem Altarbild, auf dem der verlassene Jesus abgebildet ist, ein Foto mit seinem Handy zu machen. Als mein Mann sein Handy einschaltet, erhält er die Nachricht von unserem Sohn, der ganz alleine auf dem Weg per Rad nach Istanbul unterwegs war, dass er gut am Schwarzen Meer angekommen sei. Eine Nachricht von unserem Sohn im Garten von Gethsemane! Danke Gott!

 

In Jerusalem
In Jerusalem wohnen wir in einem griechischen Patriarchat. Jedes Mal, wenn wir unsere Herberge verlassen, kommen wir an einem Souvenirladen vorbei, vor dem der Besitzer, ein kleiner älterer Herr sitzt, und jedes Mal kommen wir in ein Gespräch mit ihm. So erfahren wir, dass er drei Kinder hat und auch wir erzählen ihm von unseren Kindern und dass unsere jüngste Tochter mit 10 Jahren an einem Hirntumor erkrankt war, und dass wir nur mit Gottes Hilfe diese Krankheit durchleben konnten. Beim nächsten Treffen bittet er uns, in seinen Laden zu kommen. Dort schenkt er uns eine Ikone, ein Bild, das der Apostel Lukas von der Muttergottes gemalt haben soll. Wir waren sehr gerührt von dieser Anteilnahme eines uns bis dahin fremden Jerusalemer Bürgers.

Beate K.