Wurzeln des Glaubens

Im November 2009 besuchte ich mit einer Pilgergruppe der Pfarrgemeinde St. Michael, Brakel das Heilige Land. Unter der Leitung von Pfarrer Koch und der guten Organisation von Dirks Reisen Bamberg wurde die Pilgerreise für mich persönlich zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die 8-tägige Studienreise führte mich gezielt an die wichtigsten Örtlichkeiten, die für mich und meine individuelle Lebensgeschichte von großer Bedeutung sind. Persönlich stellte ich meine Pilgerreise unter dem Thema: „Zurück zu den Wurzeln der Geschichte, der Religionen, des Glaubens.“ Es verging nicht ein einziger Tag ohne Aha-Erlebnis und unser Seelsorger verstand es mit dem Reisebegleiter Pauli und seiner Frau Carmen mich gezielt zu meinen eigenen Wurzeln in meiner eigenen Ursprungsfamilie zu führen.

Vieles in unserer christlichen Glaubenswelt konnte ich jetzt besser verstehen und bekam einen immer größeren Stellenwert in meinem eigenen Leben. Man sagt, dass der Glaube nicht wissenschaftlich  zu belegen ist, doch nun erfuhr ich am eigenen Leib, welche großen Ressourcen der christliche Glaube in mir freigesetzt hat.  Natürlich muss ich auch gestehen, dass ich teilweise an meine eigenen Belastungsgrenzen geführt wurde (körperlich wie seelisch, geistig, mental).

Mittels Textstellen aus der Bibel wie Gebet, Lieder und ausgesuchten Psalmen eröffnete sich mir längst vergessene Gesprächsinhalte, die in meiner eigenen  Ursprungsfamilie bei alljährlichen Familientreffen (Todestag meiner Großmutter 6.12.84) über Gott und die Welt gesprochen wurden.

Überrascht, erschrocken und auch glücklich war ich darüber doch froh, dass mein Gedächtnis noch gut funktioniert. Und somit betete ich bei der täglichen Messfeier den Text bei der Wandlung „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ mit voller Überzeugung, dass der wahre Glaube an ein höheres Wesen, Gott der Liebe, hier in Israel, der Geburtsstätte Jesu, seinen Ursprung haben muss.  Erzählungen meiner Familie über christliche Glaubensinhalte wurden hier im Heiligen Land bestätigt und festigten nachhaltig  meinen Glauben und gaben Halt im Alltag.

Nach anstrengenden 8 Tagen landeten wir mitten in der Nacht in der Heimat. Aufgewühlt von den Erkenntnissen kam ich noch nicht zur Ruhe. Gerne hätte ich mit meinen persönlichen Erfahrungen mit jemanden gesprochen. Doch erst musste ich meine eigene Reise zu meiner individuellen Wurzel aufarbeiten. Dies geschah mit einem eigenen gestalteten Fotoalbum mit entsprechenden Gebetstexten und einer DVD mit musikalischer Untermalung.

Ein Nachtreffen der Pilgergruppe zeigte mir, dass jeder in seiner eigenen Glaubenswelt angekommen war und Kraft, Stärke wie Trost in all seinen Lebensschicksalen gefunden hat. Glauben heißt zwar nicht wissen, aber wer glaubt, überlebt alle Wirren der Zeit, die Gott uns auferlegt hat und aus eigener persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass der Gott der Liebe nur so viel uns auferlegt, wie jeder einzelne selbst ertragen kann. Zur eigenen Schicksalsbekämpfung ist der christliche Glaube mit Sicherheit eine geeignete Therapieform. Wobei ich natürlich auch jede andere Glaubensrichtung an ein Höheres Wesen als große Ressource  bei psychosomatischen  Erkrankungen in unserer schnelllebigen Zeit ansehe.

Wünsche für eine neue Reise ins Heilige Land wäre daher eine kombinierte Kur- und Pilgerreise z.B. eine Badekur in Jericho, im Garten der Früchte mit mildem Klima und warmen Quellen. Für Erkrankung von Körper, Seele und Geist sowie Erkrankungen des Skelettapparates und andern  psychosomatischen Krankheitsbilder. Nach erfolgreicher Kur ließe sich ein Strandurlaub am Mittelmeer oder im Kibbuz am See Genezareth anschließen. Orientalische Gemächlichkeit in den Orten  wie Caesarea, Jaffa oder Haifa würden für jeden Geschmack sicherlich ein eigenes Highlight bieten. Als Alternative können natürlich Tagestouren zu den bekanntesten Orten der Bibel individuell zusammengestellt werden.

 Shalom, Shalom  Israel

Gabriele D.